Seite auswählen

Wie gehe ich für meine persönliche Ahnenforschung vor? | Wo finde ich meine Familiendaten?

Die Suche nach den Vorfahren

Ahnenforschung – Ein Beginn

Schon lange überlegen Sie wer Ihre Vorfahren waren und wo Sie eigentlich herkommen? Ihre Großmutter hat damals immer von alten Geschichten erzählt und alte Fotos und Briefe gezeigt. Damals haben Sie das ganz nett und vielleicht lustig gefunden, heute wissen Sie das ist Ihre Geschichte. Sie suchen die Verbindung zu diesen Menschen, aber wissen nicht mal Ihre Namen und wo Sie genau gewohnt haben. Also reizt es Sie immer mehr mit der Familienforschung, der Genealogie zu starten. Finden Sie Freude an diesem Hobby, wird es Sie das ganze Leben lang begleiten.

 

Doch wie beginnt man mit der Ahnenforschung?

Am Anfang steht der Besuch bei Eltern, Großeltern und Verwandten an, welche alte Geburtsurkunden, Heiratsurkunden und Sterbeurkunden von Vorfahren besitzen. Im Stammbuch stehen die ersten Informationen, wer waren die Eltern ihrer nächsten Vorfahren und wer waren dessen Eltern. Danach können Sie in ihrer Familie fragen, ob sogar schon jemand Ahnenforschung betrieben hat und es eventuell einen Ahnenpass gibt. Ihre Eltern wissen vielleicht auch, wo deren Eltern und Großeltern gelebt haben. Sie wissen vielleicht auch noch andere Details über ihre Vorfahren und Verwandten, was interessant für ihre Ahnenforschung sein kann.
Haben Sie schon viel sammeln können, so werden Sie schnell merken, dass es schwer ist den Überblick zu behalten. Daher sollte schnell ein System in die Unterlagen gebracht werden. Man könnte nach Familienzweig sortieren und sich unbedingt Namen daran schreiben und alle Notizen dazu aufschreiben. Dazu können auch alte Geschichten und Erlebnisse gehören, um ihre Unterlagen mit Leben zu füllen.
Ein System, welches sich im letzten Jahrhundert bewehrt hat ist die Ahnennummerierung nach Kekulé. Als Ausgangspunkt nimmt man denjenigen, von dem die Ahnenliste ausgeht, dem Probanden. Das sind in dem Fall dann Sie. Diese Person erhält in diesem System die Nummer 1. Die Eltern des Probanden erhalten die Nummern zwei und drei. Männliche Vorfahren bekommen dabei die geraden Zahlen und die Weiblichen die ungeraden Zahlen. Darauf folgen die Großeltern, welche die Nummern vier bis sieben bekommen. Die Großeltern väterlicher Seite besitzen dann die Ahnennummern vier und fünf und die Großeltern mütterlicherseits die sechs und die sieben. Jede weiter Generation wiederholt sich diese Nummerierungs-Form dann.

Auf geht’s zum nächsten Schritt

Hat man nun alle Unterlagen der Verwandten erhalten und in das System eingepflegt beginnt der nächste Schritt. Hier startet auch der etwas kompliziertere und knifflige Teil der Suche. Suchen Sie noch nach Geburtsurkunden, die jünger als 110 Jahre alt sind, Heiratsurkunden, welche jünger als 80 Jahre alt sind und Sterbeurkunden, die älter als 30 Jahre alt sind, müssen Sie Kontakt mit dem Standesamt aufnehmen. Das Standesamt existiert in Deutschland etwa seit 1874 und verwaltet das komplette Personenstandeswesen. Finden kann man hier Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden. Durch den Datenschutz darf der Bürger eigentlich keine Unterlagen aus Standesämtern bekommen, außer es besteht ein berechtigtes Interesse. Dieses besteht, wenn sie Genealogie betreiben. Benötigen Sie Daten vom Standesamt, müssen Sie für den Rechercheaufwand ungefähr 15 Euro pro Stunde zahlen. Hierfür können Sie sich entweder direkt an das Standesamt wenden oder über das Stadtarchiv anfragen. Das Stadtarchiv hilft ihnen in dem Fall bei der Recherche. Dafür müssen sie sich in einem Brief, einer Email oder persönlich an das Stadtarchiv wenden und möglichst genaue Daten zu den gewünschten Dokumenten abgeben. Mit der Geburtserkunde erhalten Sie dann den Tag der Geburt der gesuchten Person und dessen Eltern. Bei der Heiratsurkunde erfahren Sie die Angaben der Eheschließung, sowie Alter von Braut und Bräutigam und dessen Eltern. In der Sterbeurkunde steht der genaue Todestag der Person, sein Alter und den Geburtsort mit Datum. Zusammen können diese Daten weiter in die Vergangenheit helfen.
Ältere Unterlagen befinden sich in den vorhin erwähnten Stadtarchiven, die sie kostenlos besuchen können. Der Eintritt in das Stadtarchiv ist in den meisten Gemeinden kostenlos. Hier sind Kopien der Dezennaltabellen und Personenregister aufgeführt. In diesen Büchern kann der Forschende dann in einem Lesesaal seine Ahnen suchen. Oft muss man hier eine Unterschrift abgeben und seinen Personalausweis vorzeigen.

Personenstandsdaten vor 1874 befinden sich wiederrum in Kirchenbüchern, welche Sie in Kirchenarchiven der jeweiligen Ortschaft finden. Um zu wissen, wo Sie suchen sollen, müssen Sie herausbekommen, wo die Person wohl gelebt hat. Oft wird man auch überrascht und findet die Person dann in den Kirchenbüchern nicht. Hier sollte man nicht zu schnell aufgeben, denn es gibt verschiedene Kirchen und Kirchenarchive. Es kann auch sein, dass eine Person woanders geheiratet hat, als dort wo sie geboren ist. Den bei den Kirchenbüchern handelt es sich um Tauf-, Trauungs- und Beerdigungsbüchern. In der Stadt gibt es in den meisten Fällen ein Kirchenarchiv, in dem man in alten Kirchenbüchern suchen kann. Die Bücher hier sind meist nicht digitalisiert oder kopiert worden. So hält man mit den alten Kirchenbüchern ein Stück längst vergangene Zeit in den Händen. Das gibt das Gefühl schon mal einiges geschafft zu haben auf der Suche nach seinen Vorfahren. Wohnte der gesuchte Ahne auf dem Dorf, ist es sinnvoll sich direkt an das Pfarramt zu wenden. Im Pfarrheim sind die Kirchenbücher zu finden, die Frage ist nur, ab wann sie beginnen. Manchmal kann man auch Glück haben und es gibt bereits ein Ortsfamilienbuch oder Verkartungen.

Die Vorgehensweise

Hat man einen Geburtstag eines Vorfahren gefunden, so sollte man nach dem Heiratsantrag der Eltern suchen. Die Heirat liegt in den meisten Fällen ungefähr ein Jahr vor der Geburt des ersten Kindes. Im nächsten Schritt wird nach den Beerdigungsdaten der Eltern gesucht, bei denen es sich um das Sterbedatum, der Todesursache und dem genauen Alter handelt. Auf diesem Wege wiederrum lässt sich das Alter der Eltern errechnen. Manchmal stimmt dieses Alter aber nicht ganz genau, so dass noch ein bis zwei Jahre dazu gerechnet werden können. Ist der Ahne immer noch nicht zu finden, so kann es sein, dass er in einer anderen Ortschaft geboren worden ist. Sie sollten sich bei Ihrer Suche nicht immer nur auf dem direkten Wege fortangeln. Auch Geschwister des Vorfahren können interessant sein. Durch diese kann man Verknüpfungen einsehen, Unklarheiten beseitigen und womögliche Fehler schneller merken. Vielleicht finden sie auf diesem Weg weitere Forscher, die nach dem gleichen Namen suchen und somit auch mit ihnen verwandt sind.
Der nächste Schritt der Genealogie beginnt dann im Internet. Hier wächst die Zahl an Datenbanken und Websites immer mehr. Die Mormonen sammeln schon seit Jahrzenten Kirchenbücher und digitalisieren diese für das Internet. In dem Forschungsarchiv finden Sie etliche Kirchenbücher und weitere seltene Dokumente auf Mikrofilmen. Aber auch andere Datenbanken stellen diese Daten zur Verfügung. Auf manchen Plattformen ist es sogar möglich einen Stammbaum anzulegen und sich mit einer Community austauschen. Vielleicht sucht noch jemand aus ferner Verwandtschaft nach denselben Ahnen. So ergeben sich Verknüpfungen, die sie beide weiterbringen könnten.

 

Text: J. Peters

LOGO MANAGVIE
LOGO WOSO.S

AHNENCHRONIK.DE ist eine Domain von Uli Beck unter den beim DPMA eingetragenen Marken:

MANAGVIE und WOSO.S von Uli Beck

Copyright 2016-2020 by Uli Beck

All rights reserved