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Wie erkenne ich Demenz und wie verhalte ich mich?

Was tue ich, wenn mein Partner oder meine Eltern dement werden?

Demenz

Demenz ist bei fortgeschrittenem Lebensalter keine Seltenheit. Je älter ein Mensch wird, je höher das Risiko, daran zu erkranken, denn mit höherem Lebensalter verändern sich auch die Gefäße im Gehirn. Je nach Person, kann die Demenzerkrankung unterschiedlich ausgeprägt sein.

Anzeichen von Demenzerkrankungen

Nicht jeder der mal vergesslich ist, ist auch gleich dement. Auch jüngere Menschen kennen Situationen, in denen man sich fragt „Wo habe ich meinen Schlüssel hingelegt?“, „Wann war der Termin beim Zahnarzt?“ oder ähnliches. Dies allein ist noch kein Anlass zur Besorgnis. Es gibt jedoch einige Anhaltspunkte, die darauf hinweisen können, dass eine Altersdemenz vorliegen könnte.

1. Scheinbar grundlose Aggressivität

Wenn Sie bei Ihrem Partner oder Angehörigen eine Demenzerkrankung vermuten, kann Aggressivität ein Hinweis sein. Weisen Sie die Person beispielsweise darauf hin, dass sie einen Termin vergessen hat oder ein wichtiges Ereignis, reagiert diese manchmal mit Aggression. Das Vertuschen von Defiziten, fällt Personen mit Demenz schwer und sie entwickeln eine Art „Verteidigungshaltung“.

2. Orientierungsverlust

Der Verlust der Orientierung ist ein recht sicheres Zeichen bei Demenzerkrankungen. Weiß die betroffene Person nicht mehr den Weg von der Bushaltestelle nach Hause oder vergisst andere gut bekannte Wege, kann dies ein Anzeichen für eine Demenzerkrankung sein.

3.Wortfindungsstörungen

Oft können Demenzkranke Sätze nicht vollenden oder suchen verzweifelt nach Worten. Auch dies kann ein Hinweis auf eine fortschreitende Erkrankung sein.

 

Umgang mit Demenzkranken

Demenzkranke leben in ihrer eigenen Wirklichkeit, auch wenn diese nicht mit der gesunder Menschen übereinstimmt. Es bringt daher nichts, einem Demenz-Patienten einreden zu wollen, dass seine Wahrnehmung falsch ist. Dies führt nur zu Verunsicherung oder Aggression. Probieren Sie auf das Problem einzugehen. Hier ein paar Tipps:

1. Behauptet Ihre kranke Mutter nachts um 12, sie müsse in die Schule, versuchen Sie nicht ihr zu erklären, dass sie kein Schulkind mehr ist. Sagen Sie eher Dinge wie: „Du hast heute schulfrei weil Sonntag ist“ oder ähnliches.

2. Auch Halluzinationen sind keine Seltenheit bei Demenzerkrankungen. Sagen Sie nicht, dass sie die wilden Tiere, Spinnen, Menschen oder was auch immer Ihr Angehöriger wahrnimmt, nicht sehen. Sagen Sie eher „Ich helfe Dir sie zu vertreiben“.

3. Versuchen Sie Vertrauen durch Rituale zu schaffen. Immer wiederkehrende Alltagstätigkeiten sorgen für Sicherheit.

3. Motorische Unruhe und Ängste sind häufige Symptome der Erkrankung. Versuchen Sie herauszufinden was Ihr Angehöriger noch kann und gehen Sie darauf ein. Vielleicht hilft es beim morgendlichen Waschen und Ankleiden alte Lieder zu singen, um für mehr Ruhe und weniger Angst bei der Körperpflege zu sorgen.

4. Versuchen Sie trotz Altersdemenz Ihre Angehörigen noch in den Alltag mit einzubinden. Alte Gewohnheiten wie Kartoffeln schälen, Blumenpflege, Geschirr abtrocknen oder andere Tätigkeiten schaffen ein gutes Gefühl gebraucht zu werden und mindern eventuell sogar Unruhe.

5. Lassen Sie sich medizinisch beraten. Suchen Sie den Hausarzt oder einen Neurologen auf und schildern Sie die Situation. Manchmal können auch Medikamente dabei helfen, Aggressionen zu mindern oder einen gestörten Tag- und Nacht-Rhythmus zu mildern.

6. Schließen Sie sich einer Gruppe für pflegende Angehörige an und tauschen Sie Erfahrungen aus. Dies ist hilfreich, um den Alltag besser zu bewältigen.

7. Holen Sie sich Hilfe von Pflegediensten ins Boot. Schämen Sie sich nicht, dass sie es nicht allein schaffen. Denken Sie wenn nötig, sogar über einen Heimaufenthalt nach, sollten Sie mit zunehmender Demenz des Partners oder Angehörigen, selbst an die Grenzen der Belastbarkeit geraten.

 

Text: ULI BECK & TEAM

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