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Patientenverfügung im Alter?

Mit einer Patientenverfügung im Notfall vorsorgen

Nicht unbedingt aber gerade mit zunehmenden Alter besteht die Gefahr des Verlustes der eigenen Entscheidungsfähigkeit. Abhilfe schafft in einem solchen Fall eine Patientenverfügung. Kann der eigene Wille nicht mehr kommuniziert werden, so kann mittels einer Patientenverfügung der Patient doch noch zu seinem eigenen Willen kommen.

Was ist eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche Willenserklärung für den Fall des Verlustes der eigenen Entscheidungsfähigkeit. Oftmals wird diese auch als Patientenbrief oder Patiententestament bezeichnet. Normalerweise hat jeder Mensch das Recht, selbst zu bestimmen wie die eigene medizinische Behandlung erfolgen soll. So kann beispielsweise eine Behandlung abgelehnt werden, obwohl ein Arzt diese empfiehlt. So etwa im Fall der künstlichen Ernährung oder vom Arzt empfohlene Operationen. Kann der Patient noch selbst entscheiden, was für eine medizinische Behandlung er möchte, und verweigert er nun eine lebensverlängernde Behandlung, so ist der Arzt an diese Entscheidung des Patienten gebunden. Denn nur mit der Einwilligung des Patienten darf ein Arzt den Patienten auch behandeln. Behandelt der Arzt den Patienten gegen seinen ausdrücklichen Willen doch, so macht er sich einer Körperverletzung strafbar. Um ganz klar festzulegen, was der Patient für eine Behandlung wünscht oder gerade eben nicht, ist eine Patientenverfügung genau das Richtige. Hierbei wird ganz konkret schriftlich festgelegt, welche medizinischen Maßnahmen bei konkret beschriebenen Krankheitszuständen erwünscht sind oder nicht.

Patient hat ein Recht auf Selbstbestimmung

Allein in Deutschland nutzen rund neun Millionen Menschen eine solche Patientenverfügung. Eine solche Willenserklärung ist seit dem 1. September 2009 rechtsverbindlich im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert. Problematisch wird es dann, wenn ein Patient nicht mehr für sich selbst entscheiden kann. In einem solchen Fall kommt es daher auf den mutmaßlichen Willen zum Zeitpunkt der Behandlung an. Ist nun eine Patientenverfügung vorhanden, so ist diese für den behandelnden Arzt sehr hilfreich. Denn nur so kann er den mutmaßlichen Willen des Patienten ergründen. Und dieser Wille ist für den Arzt verbindlich.

Patientenverfügung ganz konkret formulieren

Voraussetzung für eine Patientenverfügung ist die Volljährigkeit und die Einwilligungsfähigkeit. Sind diese gegeben, so kann in einer schriftlichen Verfügung im Voraus festgelegt werden, ob und wie diese Person behandelt werden möchte, wenn der eigene Wille nicht mehr selbst zum Ausdruck gebracht werden kann. Der Arzt ist gemeinsam mit dem Betreuer oder Bevollmächtigten dafür verantwortlich, dass die Patientenverfügung auch so angewandt wird, wie der Verfasser es wünscht. Hierfür ist Voraussetzung, dass die Erklärung auch die tatsächliche Behandlungssituation erfasst. Daher ist es wichtig, dass eine Patientenverfügung konkret formuliert wird. So müssen bestimmte ärztliche Maßnahmen benannt oder Krankheiten und Behandlungssituationen konkret genannt werden. So ist beispielsweise eine Formulierung wie etwa „Es werden keine lebenserhaltenden Maßnahmen gewünscht“ nicht ausreichend. Kommt es zu einer unterschiedlichen Auslegung des Patientenwillens zwischen Arzt und Betreuer oder Bevollmächtigten, so entscheidet das Betreuungsgericht.

Was gehört in eine Patientenverfügung?

Bei einer Patientenverfügung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit in einer medizinischen Notsituation der Wille des Patienten auch beachtet werden kann. So muss diese in schriftlicher Form verfasst und eigenhändig mit Ort und Datum unterschrieben sein. Bei Vordruckformularen, in denen nur angekreuzt werden muss, besteht die Gefahr, dass diese nicht konkret genug sind. Denn je konkreter die Verfügung formuliert ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die gewünschte Behandlung auch erfolgt. Alle zwei Jahre sollten Ort, Datum und Unterschrift auf der Patientenverfügung aktualisiert werden. Hierdurch wird zum Ausdruck gebracht, dass diese noch dem aktuellen Willen entspricht. Eine Patientenverfügung sollte bei den persönlichen Unterlagen oder bei einer Vertrauensperson hinterlegt werden, damit im Notfall die behandelnden Ärzte schnell die Verfügung erhalten.
Es empfiehlt sich bei der Verfassung der Patientenverfügung ärztlichen und weiteren Rat einzuholen. Allerdings erstatten die meisten Krankenkassen die Kosten hierfür nicht.

 

Text: ULI BECK & TEAM

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