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Franziska - die Schriftstellerin

Franziska – die Schriftstellerin

Franziska Bauer liebt es, in fiktive Welten abzutauchen. Jedes Mal, wenn sie ein Buch in die Hand nimmt, vergisst sie alles um sich herum und lebt nur noch für ihre Helden und deren Geschichten. Erst wenn sie das Buch beendet, taut sie langsam auf und wird wieder Teil ihrer eigenen Realität. Alles fing in Franziskas Kindheit an. Schon als kleines Mädchen versteckte sie sich täglich im Garten in ihrer Heimatstadt Hamburg und verschlang Buch um Buch während ihre Schulkameraden gemeinsam draußen spielten. Schon zu dieser Zeit war sie eine Einzelgängerin, doch einsam war sie niemals. Sie hatte stets ihre literarischen Freunde, die sie in ihre Abenteuer entführten.

Nach ihrem Abitur schrieb sich Franziska für ein Studium der Germanistik und Geschichte in Berlin ein. Weiterhin liebte sie es zu lesen, doch sie begann mit ihrer zweiten Leidenschaft, dem Schreiben. Zuerst waren es nur kurze Skizzen, Erinnerungen und kleine Geschichten. Doch mit der Zeit sammelte sie mehr und mehr eigene Texte zusammen, die teilweise von der Literaturzeitschrift ihrer Uni veröffentlicht wurden. Mit 23 Jahren, kurz bevor sie ihren Abschluss machen sollte, hatte sie ihren ersten Roman fertig. „Zauberkind“ nannte sie ihre Geschichte über einen kleinen Jungen, der nachdem er in einem Waisenhaus aufgewachsen war, auf den Spuren seiner Vorfahren durch die Welt reist. Ihr Professor reichte den Roman an einen Freund beim Verlag weiter, der sofort begeistert von Franziskas malerischer Sprache war und den Roman veröffentlichte. „Zauberkind“ wurde über 4000 Mal verkauft und war Franziskas Türöffner in den Literaturbetrieb.

Das ist nun knapp 50 Jahre her und mittlerweile hat Franziska sechs Romane und eine Kurzgeschichten-Sammlung veröffentlicht sowie nebenbei stets kürzere Texte für ausgewählte Magazine und Zeitschriften geschrieben. Das Schreiben hat sie vor einigen Jahren aufgegeben, als sie an Demenz erkrankte. Doch Bücher verschlingt sie noch wie in jungen Jahren. Mit ihrem Mann Albert, den sie an der Universität kennen lernte, lebt sie heute außerhalb Berlins in einem ruhigen Vorort. Ihre gemeinsame Wohnung gleicht einer Bibliothek, denn Franziska hat nie eines ihrer Bücher abgegeben. Täglich schleicht sie behutsam durch ihre eigenen vier Wände und nimmt ihre Bücher in die Hand. Dann erinnert sie jedes Exemplar an einen ganz bestimmten Moment in ihrem Leben – ihre ganz eigene Medizin gegen die Krankheit.

 

Text: ULI BECK & TEAM

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